PayPal – Bezahlen von Waffen, Teile von Waffen und Zubehör nicht möglich

Einige werden bereits die Erfahrung gemacht haben, andere werden sie noch machen. Die vom Tesla Chef Elon Musk entworfene und von eBay gekaufte Bezahlplattform PayPal mit Hauptsitz in San José in Kalifornien schreibt den Händlern und Kunden vor was sie damit bezahlen dürfen und was nicht – über geltendes Recht hinaus. Was also laut Gesetz erlaubt ist, bedeutet nicht, dass es auch auf PayPal erlaubt ist, denn hier meint man eigene Gesetze umsetzen zu müssen.

Ganz schlecht schaut es hier für Jagd- und Sportwaffenhändler aus, denn sobald PayPal irgend etwas mit „Gun“ oder „Waffe“ bei seinen Kunden liest, werden sie panisch. Ohne genaue Überprüfung wird dann einfach das Konto gesperrt und das darauf befindliche Geld erst einmal (zinsträchtig für PayPal) für ein halbes Jahr eingefroren.

Wie ist PayPal drauf?
Nunja, augenscheinlich hat bei der Grundeinstellung der Kalifornischen Entscheidungsträger das Hippie-Prinzip der 70er Jahre noch kräftig Einfluss, denn alles rund um Schusswaffen ist für sie einfach nur böse. Genau so wird gehandelt ohne erkennbaren Sinn und Verstand und wirkliche Begründung. Mehr als ein „Wir wollen das halt nicht“ ist von PayPal nicht zu erwarten. Als Sportschütze und Jäger kann ich aber auch flach sein. Für mich ist dies persönlich einfach nur ein Grund mich aus eBay fernzuhalten und nie auf die Idee zu kommen mir je einen Tesla zu kaufen – denn unterstützen muss ich die auch nicht.

Wie kommt es zur Sperrung?
Wie zuvor schon beschrieben, springen PayPal Mitarbeiter immer auf Begriffe wie „Waffe“, „Gun“, „Gewehr“, „Messer“ usw. an. Sobald man irgendwo bei Standardüberprüfungen oder einem geöffneten Fall diese Begriffe liest, geht es in die Überprüfung. Jetzt sollte man meinen, hier weiß PayPal über die Tragweite Ihrer Entscheidungen bescheid und gehen mit entsprechender Vorsicht an die Thematik – weit gefehlt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass PayPal nur oberflächlich überprüft und selbst wenn die von PayPal oft aufgeführten Artikel (Munition, Magazine, Mündungsfeuerdämpfer) im Onlineshop von einer PayPal Zahlung ausgenommen sind, wird dennoch gesperrt. Als Händler wird man weder vorgewarnt, noch ins Gespräch genommen um sich verteidigen zu können.

Es kommt einfach nur eine Mail mit dem Standardtext: „Wir möchten Sie hiermit darüber in Kenntnis setzen, dass wir nach einer kürzlich erfolgten Überprüfung Ihrer Kontonutzung einen Verstoß gegen die Nutzungsrichtlinien von PayPal festgestellt haben, bezogen auf Ihre Verkäufe / Ihr Angebot von Munition, Magazine und Mündungsfeuerdämpfer ... aus diesem Grund wurde Ihr Konto dauerhaft eingeschränkt“

In meinem Fall verkaufe ich keine Munition - Magazine und Mündungsfeuerdämpfer können wegen deren Richtlinien nicht mit PayPal bezahlt werden und wurden dafür extra im Onlineshop gesperrt. Also nichts des genannten traf zu. Das ist aber PayPal egal.

Was kann man dagegen machen?
Nichts! Ist die Entscheidung einmal getroffen, bewegt sich PayPal nicht mehr. Hierbei ist es PayPal wurst ob sie im Unrecht sind oder nicht – sie sitzen am längeren Hebel und spielen einfach die Karte aus, auf der steht: Wir müssen Ihnen kein Konto geben. Die Mails an das Unternehmen kann man sich in jeglicher Ausformulierung also getrost sparen. Meiner Meinung nach für einen nahezu Monopolisten sehr bedenklich und eher etwas für das Kartellamt, als für ein Callcenter irgendwo in der Steueroase Irland oder den Büros im ebenso steuerfreundlichen Luxemburg.


Welche Auswirkungen hat es?
Während in den USA die Schusswaffenbesitzer einfach nur über PayPal und deren Verhalten lachen, weil sie mit ihrer Kreditkarte ebenfalls direkt zahlen können – schaut es in Europa anders aus. Kreditkarten sind hier kaum gebräuchlich und somit ein Bezahlsystem das direkt überweist nicht wirklich verfügbar. Direkte Bezahlsysteme der Volksbanken oder Sparkassen konnten sich bislang nicht richtig durchsetzen, weshalb PayPal nahezu ein Monopol aufweist. Auch hier spielt sich PayPal gemeinsam mit eBay die Bälle zu, indem PayPal das einzige direkte Bezahlsystem auf deren Plattformen ist, das wirklich gefordert und unterstützt wird – erneut fraglich ob das Kartellamt hier nicht nachprüfen sollte.

Einem Online-Händler tut es natürlich sehr weh, wenn dann plötzlich das PayPal Konto gesperrt wird, denn die Absprungrate der Kunden nimmt daraufhin deutlich zu.

Wie beschrieben sind dies persönliche Erfahrungen von mir, jedoch mache ich gerade diese Erfahrung zum zweiten mal. Denn trotz einer schriftlichen Ausnahmegenehmigung meines ersten Accounts wurde dieser damals dennoch gesperrt – auch mit dem Wissen PayPals mehr Geld und teurere Anwälte zu haben, sollte es einmal hart auf hart kommen. Nun beim neuen Account weiß ich bereits wohin die Reise geht und mehr als mich darüber aufregen und meine Konsequenzen ziehen, wird mir nicht bleiben.

Ich für meinen Teil habe von PayPal mehr als genug, denn wer bis zu 5,2% der Verkaufssumme für einen automatisierten Prozess einstreicht, seine Firmensitze nicht ohne Grund in den Steueroasen Luxemburg und Irland hat – aber so mit seinen Händlern umgeht... Den brauche ich auch nicht. Die Kreditkarte ist beantragt und ansonsten warte ich halt lieber zwei Tage bis mein Geld bei einem Händler via normaler Banküberweisung ankommt.

Das Aufgeführte waren persönliche Erfahrungen und gewonnene Erkenntnisse meiner Person mit PayPal. Vielleicht sind diese nicht auf Andere Händler in meiner Branche übertragbar, vielleicht bin ich damit auch eine Ausnahme, vielleicht sehe ich Dinge falsch... Aber es würde mich sehr wundern wenn dem so wäre.

Volker Leitermann

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