Vergleich EOTech 552 Original gegen Kopie (Klon)

In diesem Bericht vergleichen wir ein Original EOTech 552NV von L3 mit seinem Klon von Hurricane. Angefangen mit dem Preis wird klar, dass auch bei dem Airsoftprodukt einiges erwartet werden kann. Das Hurricane 552 plündert mit 200€ das Portemonait - das Original kostet mit 670,00€ über das Dreifache.

Die Verpackung von Hurricane ist spartanisch. In einem schlichten Papkarton mit einfach wirkendem Aufkleber kommt der 552 Klon an. L3 setzt etwas mehr auf Image und verschickt das Original in einem schicken, schwarzen Plastikköfferchen, um welches eine professionell gestaltete Pappbandoleere liegt. Ein kleiner Aufkleber auf der Verpackung vermerkt noch, wann unser EOTech überprüft wurde – es ist brand neu, glaubt man diesem Aufkleber.

Öffnen wir beide Packungen, nähern sich die beiden Systeme wieder etwas an. Der Klon liegt ebenso wie das Original sicher in einer dafür angepassten Schaumstoffform. Die Gebrauchsanleitung des Hurricane ist ein sehr überschaubares Papier in schwarz weiß, komplett auf Englisch. Das Original von L3 kommt mit einer ausfaltbaren Anleitung, ähnlich einer Landkarte, in welcher mit Zeichnungen das System umfangreich erklärt wird. Die Anleitung ist viersprachig gehalten – Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch. Liest man etwas in der Anleitung, wird man auch auf die ebenfalls beigelegte Garantiekarte verwiesen. Das was L3 allerdings über das Zusenden besagter Garantiekarten „großzügigerweise“ dem Kunden „ermöglichen“ möchte sind 2 Jahre Garantie auf das Produkt. Diese haben wir in Deutschland automatisch auf derartige Artikel, weshalb die Karte uns kalt lässt... oder nicht? L3 hat ebenfalls noch den Vermerk, dass nach Ablauf dieser Frist es je nach Art der Beschädigung auch kostenlos repariert oder gar ersetzt wird. Ob diese Kulanzzeile allerdings etwas bringt oder nicht wissen wir nicht. Denn einerseits darf man EOTechs nicht einfach so in die USA schicken (BafA) und die nicht einfach so zu uns zurück (ITAR) Also ebenfalls ausblenden und die 552er befummeln.

Auffällig ist das schwerere Gewicht des L3 EOTech 552NV. Im Vergleich zum Hurricane 552 Holosight mit 247g wirkt das Original mit seinen 326g deutlich massiver. Die Verarbeitung ist bei beiden Systemen auf den ersten Blick sehr gut. Das Hurricane ist einheitlich in schwarz gehalten, das Original weist Farbunterschiede auf. Die Metallteile sind matt-schwarz lackiert, während die Kunststoffteile graphitfarben sind. Je länger man die beiden Holosights nebeneinander anschaut, desto mehr Unterschiede fallen einem auf. Die Kunststoffteile des Originals sind etwas graziler und nicht so plump. Dies fällt vorallem bei dem Batteriefach auf, welches beim L3 552NV schmaler wirkt. Selbes gilt für den Kunststoffbügel um das Glas.

Betrachtet man den massiven Metallschutzbügel um beide Optiken, findet man weitere Unterschiede. Die Ausfräßungen für die Verstellschrauben des Absehens auf der rechten Gehäuseseite sind beim L3 beide rund. Das Hurricane hat die Vertikale Ausrichtug in Tropfenform umfräßt und kommt nur bei der horizontalen Verstellschraube dem Original nach.

Auf der linken Gehäuseseite kann man einen ähnlichen Unterschied erkennen. Der Klon hat eine ca. 1cm große Schlitzschraube zum fixieren auf der Picatinny Rail – das Original eine im Bügel versenkte Inbusschraube, an welche man durch eine ca. 5mm große Fräßung heran kommt. Die Inbuslösung gefällt mir besser, da sie gegen versehentliches Anlösen geschützt ist. L3 liefert aber auch besagte Schlitzschraube mit, welche man auf Wunsch gegen die Inbus ersetzen kann.

Die Montage für die Picatinny-Rail auf der Unterseite ist beim Klon durchgängig, beim Original deckt sie nur 3/5 der Unterseite ab – 2/5 unter dem Batteriefach sind somit frei schwebend über der Rail. Dies nimmt keinen weiteren Einfluss und dient vermutlich der Gewichtsreduktion.

Die Aufdrucke auf den Geräten sind... naja, das Original hat welche, der Klon keine. Schaut man durch das Glas beider Holosights, punktet wieder das L3, denn es wirkt klarer und reflektiert weniger. Langsam möchte ich aber sehen wie alles ausschaut, wenn das Gerät in Betrieb ist. Batteriefach auf, jeweils 2 AA Batterien eingelegt und den Verschlussbügel wieder herunter gedrückt. Hoppla... Das Hurricane schließt zwischen Batteriefach und Optikeinheit sauber ab – das Original ragt etwa einen halben Millimeter darüber. Punkt für China!

Endlich darf ich Knöpfe drücken! Das Original starte ich mit einem Druck auf eine der Tasten – den Klon ebenso. Das Hurricane kann ich über 20 Stufen in der Helligkeit verstellen, das L3 steht dem um nichts nach. Jetzt kommen wir aber zum Hauptunterschied – der NV Schalter für die Nachtsichtfunktion. Der Klon ändert beim Betätigen des Tasters seine Farbe des Absehens von rot auf grün. Was an dieser Funktion relevant ist, bleibt mir verborgen. Vielleicht möchte man damit den Schützen besänftigen, sollte er mal zu viel rot gesehen haben – grün soll ja bekanntlich beruhigen.

Das Original spielt hierbei aber in einer anderen Klasse. Betätigt man an dem L3 den Taster, verschwindet zuerst das Absehen ganz – zumindest für das Auge. Das eingespiegelte Holografieabsehen ist derart schwach, dass es selbst bei empfindlichsten Restlichtverstärkern noch genutzt werden kann. Auch kann man es in 10 Stufen aufhellen, so dass man immer die optimale Lichtintensität zum jeweiligen NSG finden kann.

Ich wollte es genau wissen, also habe ich beide Geräte vor ein PVS-14 Nachtsichgerät der dritten Generation gehalten. Der Klon war selbst in der schwächsten Ausleuchtungsstufe noch viel zu stark und nahm mir die Sicht. Das Original stellte ich im NV Modus ein und siehe da – klare Konturen des Absehens und keine Einschränkungen des NSGs in seiner Leistung durch Überblendung etc.. Für den Klon ist dies bei Nutzern von NSGs schon ein Ausschlusskriterium, denn es geht schlichtweg nicht. Da dies aber eher besser betuchten Anwendern vorbehalten ist, machen wir weiter.

Eine Auffälligkeit muss ich aber noch erwähnen. Das Hurricane Absehen ist wie aus einem Guss, während das Absehen des Originals aus einzelnen, Bildpunkten besteht. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass der Klon mit einer LED arbeitet, das Original aber ein echtes Laserabsehen reinprojeziert. Egal wie man die beiden Geräte auch von der Lichtintensität einstellt - schält man sie über Betätigung beider Pfeiltasten ab, ist danach die Einstellung auf null gesetzt. Beide Systeme starten also immer mit einer mittleren Standardeinstellung.

Gehen wir zum Betrieb über. Auf einer Airsoft montiert erfüllen beide ihren Zweck. Der holografische Punkt befindet sich immer auf dem Ziel - Paralaxefehler gehören der Geschichte an. Neugierig wie ich bin, habe ich aber auch beide auf einer HK417 getestet in .308. Das L3 Original macht darauf einfach nur Spaß – der Klon ist unbrauchbar. Grund hierfür ist der Umstand, dass man den Klon nicht auf die Waffe einschießen kann. Bei jeder Schussabgabe verändert sich der Haltepunkt aufs Neue, da das Replika schlichtweg nicht schockresistent ist. Großkalibersportschützen, die bis jetzt dachten dem höheren Preis ein Schnäppchen schlagen zu können werden also auch enttäuscht – für sie ist der Klon auch für nichts zu gebrauchen.

Steht man auf der falschen Seite des Gewehrs, strahlt einem beim Klon ein heller roter Lichtpunkt entgegen. Bei Dunkelheit ein großes Manko, denn man trägt immer eine kleine rote LED vor sich her die aus nahezu allen Winkeln von vorne gesehen werden kann.

Das Original ist deutlich dezenter. Hier sieht man die Lichtquelle nicht, sondern lediglich ein schwaches Abbild des holografischen Absehens. Der weitere Vorteil ist der, dass man dies nur aus der direkten Draufsicht erkennen kann, verändert man aber den Winkel ist es verschwunden.

Stehen sich nun also Mil-Standard und China-Made gegenüber. Ab jetzt wird es für den Klon verheerend. Wie zuvor bemerkt bleibt die Zielgruppe der Airsoftspieler noch übrig, aber selbst hier muss man Einschränkungen hinnehmen. Spielt man mit dem Klon im Morgengrauen, was durchaus oft vorkommt, zieht das Gerät Wasser.

Dies führt im Optimalfall zu angelaufenen Gläsern, im Regelfall aber zum Ausfall des Geräts. Das Gehäuse ist schlichtweg nicht wasserdicht und macht das ganze System für Regen, Morgentau etc. anfällig. In meinem Test ist mir dies mit zwei vorliegenden Klonen unterschiedlicher Marge passiert, weshalb ich davon ausgehe, dass es der Regelfall ist. Beim Original muss ich garnicht erst darüber reden – es kümmert sich nicht um die Witterungseinflüsse.

Das Fazit ist also nicht weiter verwunderlich. Der Klon von Hurricane taugt lediglich bedingt für den Airsoftbereich. Verherend wäre aber der Einsatz auf einer richtigen Schusswaffe. Dies wäre in hohem Maße fahrlässig gegenüber sich und anderen. Warum ich das schreibe? Weil ich bereits Soldaten mit solchen Klonen auf ihrer Waffe gesehen habe und so etwas niemals dort sein dürfte. Also bei Großkaliberschusswaffen gilt definitiv – Finger weg von der Kopie, nur das Original ist eine Option!

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